ERÖFFNUNG
am 15. August um 16:00 Uhr in der Bibliothek.
Wir laden Sie herzlich zur Eröffnung der Ausstellung „Karten mit Geschichte” ein.
Anlässlich des 400. Jahrestages der Schließung dieser historischen Bibliothek wird eine einzigartige Sammlung von Bergbaukarten enthüllt. Es handelt sich wahrscheinlich um den ältesten vollständigen Satz von Karten in der Tschechischen Republik und den ältesten vollständigen Satz von Stukely-Typen weltweit.
Auf dem Programm steht auch ein Fachvortrag von Pavel Langer, einem Sammler und Experten für historische Karten.
Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Gräfin Margareta Pospíchalová Schliková.
WORKSHOP
16. August ab 14 Uhr im Kurpark auf dem Joachimsthaler Stadtfest
Versuchen Sie selbst, historische Karten zu drucken, wie es vor Jahrhunderten gemacht wurde!
Unter der Anleitung von Michaela Caranová, Restauratorin und Autorin der künstlerischen Rekonstruktion von Bergbaukarten, können Sie Ihre eigene Karte nach dem Vorbild des ältesten erhaltenen Satzes der Stukely-Typen drucken.
Der Workshop richtet sich an Kinder und Erwachsene.
GESCHICHTE DER KARTEN
Wie die libri catenati haben auch die Joachimsthaler Bergbaukarten eine bewegte Geschichte.
Bei der Restaurierung der Bücher der Ausstellung der Bibliothek der Lateinschule fand der Loket-Kunstbuchbinder Jan Sobota unter dem beschädigten Ledereinband des Celifodina-Bandes von Johann de Paltz einen Satz Karten. Die im Holzschnittverfahren gedruckten und mit einer Schablone von einem unbekannten Kartenmacher handkolorierten Karten hatten keine abgerundeten Ecken, wie es damals üblich war. Einige von ihnen waren durch Wurmlöcher und den Klebstoff, mit dem sie in das Buch geklebt worden waren, stark beschädigt, sodass sie entfernt und gereinigt werden mussten. Die beschädigten Rückseiten der Karten fielen auseinander, sodass sie zermahlen und verwendet wurden.
Es handelt sich um einen deutschen Kartentyp, der bei uns später „Marias” genannt wurde – dieser Originalsatz enthält jedoch 48 statt 32 Blätter. Charakteristisch für diesen Kartentyp ist die Darstellung eines Einhorns mit einem Wappen auf einem Eichel-As sowie eines gekreuzten Dreschers mit einem Hammer, welche auf die Bergbautradition verweisen.
Das Buch „Celifodina”, das 1515 in Leipzig von Martin Landsberg herausgegeben wurde, wurde der Bibliothek offenbar im Jahr 1521 von Rektor Stephan Roth geschenkt. Dies lässt den Schluss zu, dass es sich um den ältesten vollständigen Kartensatz in der Tschechischen Republik und wahrscheinlich auch um den ältesten vollständigen Satz von Stukely-Karten weltweit handelt. Leider ist der derzeitige Aufenthaltsort dieses Satzes unbekannt, obwohl viele danach suchen.
Mit unermüdlichem Fleiß und Einsatz hat der Joachimsthaler Patriot Ing. Jaroslav Ochel den berühmten Buchbinder Jan Sobota persönlich kennengelernt. Von ihm erhielt er wertvolle Informationen und eine einzigartige Fotodokumentation. Diese wurde dann von der erfahrenen Restauratorin Mgr. Michaela Caranová übernommen, die unter anderem die im Vladislav-Saal gefundenen historischen Spielkarten restaurierte. Die fachliche Beratung übernahm der Sammler und Experte Pavel Langer. Das Ergebnis ist eine einzigartige Replik, die der Öffentlichkeit das Aussehen des ältesten vollständig erhaltenen Satzes von Stukely-Karten zeigt, der je gefunden wurde.